Der Beitrag ist im Rahmen einer DAAD-geförderten Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) zwischen den staatlichen Universitäten UFRJ und UERJ in Rio de Janeiro mit der Georg-August-Universität in Göttingen entstanden und wurde kollaborativ verfasst. Als ein Ziel der Zusammenarbeit wurde die Verbreitung und Routinierung literaturanalytischen Basiswissens im Unterricht gesetzt. In diesem Rahmen wurde das Augenmerk auf die Metrik gerichtet, die zur Grundlage für die wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung mit poetischen Texten gehört. Wegen ihrer Spezifika in den verschiedenen Sprachen bietet sie sich besonders zu einer Thematisierung im internationalen Kontext an. Anhand einer exemplarischen Analyse der metrischen Variation in Bertolt Brechts epischem Theaterstück Die heilige Johanna der Schlachthöfe (1931) arbeitet der Beitrag das erhebliche Erkenntnispotential des Versgebrauchs heraus. Die ästhetische Aktivierung überlieferter Verstechniken und der parodistische metrische Rekurs auf unverwechselbare Motive und Szenen in Dramen Goethes und Schillers führt zu einer Bearbeitung des deutschen Versdramas bei Brecht, der Aporien des Klassischen inszeniert. Schließlich wird die Gestaltung des Verses, insbesondere des Freien Verses, im Rahmen der in dem Stück vorgeschlagenen sozialen Dimension diskutiert. Aspekte der Metrik behaupten also vor diesem Hintergrund eine philologische Schlüsselposition.
Schlüsselwörter
Metrik; Versdrama; Brecht; freier Vers
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Quelle: Eigene Ausarbeitung
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